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Stammtisch - Inkasso und seine heiklen Daten

Hegi gross

Beim Schweizer Ableger des Inkasso-Unternehmens EOS sind Hacker offenbar zu einer grossen Menge sensibler Daten gekommen.  Wenn eine Inkasso-Firma für ein Unternehmen Schulden eintreiben muss, dann reichen im Prinzip ein paar wenige Informationen: Wer ist der säumige Zahler? Wo wohnt er? Wie viel Geld schuldet er wem? Doch der Fall zeigt, dass der Schweizer Ableger der deutschen Inkasso-Firma EOS sehr viel mehr weiss. So verfügt das Unternehmen über sensible, private Daten der Schuldner. EOS verfügt über ganze Krankenakten, seitenlange Kreditkarten-Abrechnungen, Kopien von Reisepässen und von Briefwechseln. Betroffen sind zehntausende Schuldner, die grösstenteils in der Schweiz wohnen. Nun sind diese Informationen in die Hände von Dritten gelangt.Beim Schweizer Ableger des Inkasso-Unternehmens EOS sind Hacker offenbar zu einer grossen Menge sensibler Daten gekommen.  Wenn eine Inkasso-Firma für ein Unternehmen Schulden eintreiben muss, dann reichen im Prinzip ein paar wenige Informationen: Wer ist der säumige Zahler? Wo wohnt er? Wie viel Geld schuldet er wem? Doch der Fall zeigt, dass der Schweizer Ableger der deutschen Inkasso-Firma EOS sehr viel mehr weiss. So verfügt das Unternehmen über sensible, private Daten der Schuldner. EOS verfügt über ganze Krankenakten, seitenlange Kreditkarten-Abrechnungen, Kopien von Reisepässen und von Briefwechseln. Betroffen sind zehntausende Schuldner, die grösstenteils in der Schweiz wohnen. Nun sind diese Informationen in die Hände von Dritten gelangt.
Was ich mich frage, was haben denn zum Teufel solch heikle Daten in einem Inkasso zu suchen? Aus welchem Grund interessiert sich eine Inkasso-Firma für die Krankendaten? Und was auch entscheidend ist, wie kommen die Daten dorthin?Inkasso-Firmen sind ja nicht gerade zimperlich im Umgang mit ihre Klientel. Ich kann mir deshalb nicht vorstellen, dass sie Krankendaten horten um mit Schwerkranken besonders fürsorglich umzugehen. Im Weiteren gelten bei Ärzten, aber auch bei Anwälten und Treuhändern besondere Sorgfaltspflichten: Ärzte und Anwälte unterstehen einem Amtsgeheimnis. Ohne eine Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht dürfen ein Anwalt, Arzt u.a. keine Daten über einen Klienten herausgeben. Dies gilt auch bei Daten, die an eine Inkasso-Firma gehen, welche das Geld für unbezahlte Rechnungen eintreibt. Also nochmals, wie kommen die Daten dorthin? Was ist eigentlich unser Datenschutz wert? Ich empfinde dies als einen viel grösseren Skandal als er in der Presse dargestellt wird. Muss jetzt der Bürger das Ganze "schlucken"? Einfach so? Ist halt dumm gelaufen und fertig!?Gerade Krankenakten weiter zu geben ist ja eigentlich nicht nur einfach eine Dummheit, sondern eine Straftat. Aber was passiert jetzt wirklich? Ich sehe, dass das Thema bereits aus den Medien verschwunden ist. Von der EOS ist zu erfahren, dass eine umfassende Revision der Prozesse angeordnet wurde und zudem wurde der Server neu aufgesetzt. Die Sicherheitslücke soll angeblich jetzt geschlossen sein. War das jetzt alles? Und was ist mit dem Datenschutz, der Schweigepflicht? Wer wird zur Verantwortung gezogen? Fragen über Fragen, die anscheinend unbeantwortet bleiben werden. Datenschutz, dass ich nicht lache. Gilt wahrscheinlich nur für den Otto-Normalverbraucher, ansonsten scheint das ein Selbstbedingungsladen zu sein!
Hans Hegelbach

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