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Einwohnervereine in den Vierteln – nötig oder unnötig?

In der Schweiz gibt es Hunderte von Einwohnervereinigungen mit dem Ziel die Lebens- und Aufenthaltsqualität durch eine koordinierte, gesellschaftliche Ortsförderung zu stärken. Doch was sind die Themen, Wege, Mittel einer solchen Organisation? 

Dazu ein Interview mit Thomas Kubon, dem Präsidenten des Einwohnervereins Willerzell
Kubon1. Ansprüche der Bevölkerung für das Zusammenleben im Viertel sind sehr verschieden.

Was hat sich im Viertel durch die Einwohnervereinigung geändert?
Unser Einwohnerverein hat zwei wesentliche Aufgaben. Einerseits ist es eine Art Anlaufstelle für das Viertel. Jeder Viertelbewohner kann sich beim EVW melden und sein Anliegen per schriftlichen oder mündlichen Antrag einbringen. Dies gilt aber auch für jeden Verein oder sonstigen Gruppierungen.
Anderseits sind wir zur Anlaufstelle für den Bezirk geworden. Wir werden informiert und befragt über Themen welches das Viertel betreffen. Früher wurde meistens der grösste Verein oder die Genossamen einbezogen. Heute ist es der Einwohnerverein. Somit hat der Bezirk eine offizielle Anlaufstelle und weiss an wenn er sich wenden muss. Diese Situation hat sich mittlerweile sehr gut eingespielt und funktioniert mit grossem gegenseitigem Respekt.

2.Jede Einwohnervereinigung versucht die gesellschaftliche Lebensqualität zu fördernWie gehen Sie vor?
Wir haben hier verschiedene Instrumente geschaffen. Zeitgemäss führen wir eine, nach unserer Meinung, interessante Website. Auch versenden wir vier Mal im Jahr einen Flyer mit Info`s und einer Agenda – was im Viertel so los ist. Wir halten gerne am `Papier` fest, da doch einige Mitglieder den `Anschlag am Kühlschrank` nach wie vor schätzen. In Zusammenspiel mit unseren Vereinen, veranstalten wir immer wieder ein Fest. Leider mussten wir unser Sommerfest 2020, auch bekannten Gründen, absagen.

3. Jede Organisation hat Zielsetzungen, Aufgabenbeschriebe und Projekte. Welche sind die Schwerpunkte der Einwohnervereinigung?
Der absolute Schwerpunkt liegt im `Brückenschlag` zum Dorf/Bezirk. Jedes Viertel ist ein Teil des Bezirkes und darf auf keinen Fall vernachlässigt oder gar vergessen werden.
Die aktuellen Schwerpunkte sind nach wie vor unser Viadukt. Welches wir mit unserer Kommission `Pro Viadukt Willerzell` seit Jahren begleiten. Aber auch die Entwicklung des Schulhausstandortes Willerzell rückt in den Fokus. Bei diesem Thema darf der Grundsatz `Jedem Viertel sein Schulhaus` NICHT vergessen gehen.

4. Umsetzungen brauchen Zeit, viel Menschenpower und Geld. Wie wird dies durch die Einwohnervereinigung gelöst?
Wie bei den meisten Vereinen, durch Frondienstleistungen. Ein Einwohnerverein ist eine etwas spezielle Zusammensetzung im Vergleich zu einem zb. Sport- oder Musikverein. Hier trifft man sich nicht und übt sein liebstes Hobby aus. Wir sind zwar der grösste Verein im Viertel, haben einen guten Kern von aktiven Mitgliedern, aber die meisten Mitglieder kommen natürlich nicht regelmässig zusammen. ABER, wenn es darauf ankommt, wenn man jemanden braucht, aber auch wenn finanzielle Mittel notwendig sind, dann können wir auf unser Viertel zählen. DANKE!

5. Nur wirkliche Erfolge im Alltag bringen eine Vereinigung vorwärts. Welches sind angedachte Projekte für die nächsten 3-5 Jahre?
Der Ersatz unseres alten Schulhauses wird sicherlich das Thema Viadukt ablösen. Im Zusammenspiel mit dem Grundstück am See `Grosshus` sollte nicht vergessen gehen, dass Willerzell gerne eine Seepromenade hätte. Welches eventuell im Seerundweg integriert werden könnte.

6. Gewisse Probleme mit «Dorf und Land mitenand» sind nicht immer einfach zu lösen. Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den Behörden und mit den anderen Vierteln?
Die Zusammenarbeit mit den Behörden funktioniert, seit der intensiven Zeit im Kampf um unser Viadukt, sehr gut. Wichtig und richtig ist, dass man durchaus Info`s beim Bezirk abholen muss, aber auch dort platzieren darf.
Der Kontakt zu den Einwohnervereinen der anderen Viertel besteht. Bei eventuellen Themen, welches es eine Zusammenarbeit braucht, können wir auf unsere EV-Kollegen der anderen Viertel zählen.

7. Was möchten Sie noch zur Ortsvereinigung sagen?
Ich denke, durch die etwas unübliche Situation, dass ein Dorf/Bezirk verschiedene Viertel hat, MUSS es in jedem Viertel einen Einwohnerverein haben. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen die uns in den letzten Jahren unterstützt haben und uns ihr Vertrauen geschenkt haben, bedanken.          

Wer sich über die Einwohnervereinigungen informieren und Vorschläge machen will, hier die Kontaktmöglichkeiten:
Gross: www.einwohnerverein-gross.com  Präsident Daniel Ochsner Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Willerzell: www.willerzell.ch  Präsident Thomas Kubon   Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
Trachslau: www.trachslau.ch  Präsident Andreas Hurschler   Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Euthal:  Präsident Kurt Zeltner im Ruostel 33, 8844 Euthal;  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Fazit:
Die Lebens- und Aufenthaltsqualität für die Bevölkerung kann mit einfachen Mitteln gesteigert werden. Entscheidend ist Zusammenhalt in der Bevölkerung. /be   
siehe www.ortsfoerderung-schweiz.ch

 

 

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