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Kinderarmut gibt es leider auch in der reichen Schweiz

Hungern müssen Kinder, die in der Schweiz in Armut leben nicht. Meistens sind sie auch sauber gekleidet und haben zu Hause ein eigenes Zimmer. Die Armut ist auf den ersten Blick nicht sichtbar, aber hinterlässt bei den Betroffenen grosse Spuren.

girl 477015«Armut in der reichen Schweiz? Gibt es nicht!» So reagieren die Meisten, wenn man sie darauf anspricht. Es muss ja bei uns niemand verhungern und ein Dach über dem Kopf haben wir auch. Wir sind weit davon entfernt von Zuständen wie in Rumänien oder teils Länder in Afrika. Trotzdem gibt es die Armut in der Schweiz, nur ist sie an der Oberfläche kaum sichtbar. Wenn das Geld knapp ist, wird versucht an allem zu sparen. Leider bleibt dadurch teilweise für eine gesunde Ernährung und die Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen wenig übrig. Für jedes 7. Kind in der Schweiz ist die Armut ein Dauerzustand. Besonders bei Kindern mit einem alleinerziehenden Elternteil oder mit Geschwistern ist beengtes Wohnen und kein Geld für gesundes Essen, Hobbies oder Ferien an der Tagesordnung. Das zeigen Beispiele aus dem Arbeitsalltag der Sozialarbeiter und die Statistiken. «Armut in der reichen Schweiz? Gibt es nicht!» So reagieren die Meisten, wenn man sie darauf anspricht. Es muss ja bei uns niemand verhungern und ein Dach über dem Kopf haben wir auch. Wir sind weit davon entfernt von Zuständen wie in Rumänien oder teils Länder in Afrika. Trotzdem gibt es die Armut in der Schweiz, nur ist sie an der Oberfläche kaum sichtbar. Wenn das Geld knapp ist, wird versucht an allem zu sparen. Leider bleibt dadurch teilweise für eine gesunde Ernährung und die Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen wenig übrig. Für jedes 7. Kind in der Schweiz ist die Armut ein Dauerzustand. Besonders bei Kindern mit einem alleinerziehenden Elternteil oder mit Geschwistern ist beengtes Wohnen und kein Geld für gesundes Essen, Hobbies oder Ferien an der Tagesordnung. Das zeigen Beispiele aus dem Arbeitsalltag der Sozialarbeiter und die Statistiken. Die Kinderarmut hat statistisch gesehen in den letzten Jahren zwar leicht abgenommen, aber für ein so reiches Land wie die Schweiz sind die Werte aber immer noch viel zu hoch. Kinderarmut ist besonders schlimm, denn wächst ein Kind in Armut auf, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es arm bleiben wird. Das ist nicht nur für die Betroffenen tragisch, die ihrer Lebenschancen beraubt werden, sondern auch politisch kurzsichtig. Würde das Problem an der Wurzel gepackt, könnten hohe Folgekosten vermieden werden.Die Auswirkungen der Kinderarmut beschränken sich nicht nur auf materielle Entbehrungen. Kinder, die sich die angesagten Kleider, Geräte oder Freizeitaktivitäten nicht leisten können und denen zudem die Unbeschwertheit der KollegenInnen fehlt, werden oft ausgegrenzt – oder ziehen sich gleich selber zurück.Was ist zu tun? Ein wichtiger Ansatzpunkt wäre die frühe Förderung. Armut hängt stark mit sozialer Herkunft zusammen und die Schul- und Berufschancen entscheiden sich schon vor dem Kindergarten und der Schule. Lernt ein Kind als 3- bis 5-jähriges nicht mit Gleichaltrigen zu spielen und zu streiten, fehlen ihm wichtige Voraussetzungen für das systematische Lernen im Schulalter. Und genau hier hapert es in der Schweiz. Es mangelt an kostenlosen oder subventionierten Angeboten. International steht die Schweiz in diesem Bereich sehr schlecht da. Bezüglich Bildungschancen liegt die Schweiz gemäss einer Unicef-Statistik an 20. Stelle von 41 erfassten Ländern weltweit.Schliesslich stehen viele Eltern – insbesondere Alleinerziehende – vor unlösbaren Problemen, was die Vereinbarkeit von Beruf und Familie anbelangt. Allgemein ist das Schweizer Sozialsystem immer noch auf das längst überholte "Ein-Ernährer-Modell" ausgerichtet. /Hegi

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